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Akustische Barrierefreiheit

Wir machen Musikerlebnisse für alle Menschen unabhängig vom Hörvermögen zugänglicher. Durch inklusive Konzerte und Erlebnisse setzen wir uns dafür ein, das Recht auf kulturelle Teilhabe zu stärken und Brücken zwischen Menschen zu bauen. Daher setzen wir bewusst auf ein gemischtes, hörendes, gehörloses und schwerhöriges Publikum. 

Um Konzerte für „Alle Ohren“ zu realisieren, setzen wir bei unseren Konzertveranstaltungen unterschiedliche technische, kommunikative und künstlerische Tools ein, die wir hier gerne vorstellen möchten: 


Induktive Höranlage 

Unsere Konzertsäle sind mit einer induktiven Höranlage (auch Hörschleife genannt) ausgestattet. 


Symbol für induktive H

Was ist eine induktive Höranlage? 

Eine induktive Höranlage ist ein technisches Hilfsmittel, das Menschen mit Hörbeeinträchtigungen den Zugang zu Musik und Sprache bei Veranstaltungen erleichtert. 


Für wen ist sie gedacht? 

  • Für Menschen, die ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat (CI) tragen und deren Geräte über eine T-Spule verfügen. 


Die induktive Höranlage überträgt den Ton direkt ins Hörgerät, ohne störende Umgebungsgeräusche. Dadurch können Menschen mit Hörhilfen Musik, Sprache und Moderation klarer und besser hören. 


Wie funktioniert die induktive Höranlage? 

Bei unseren Veranstaltungen wird das Audiosignal (Musik auf der Bühne, gesprochene Moderationen etc.) per Mikrofon aufgenommen und in ein magnetisches Signal umgewandelt. Dieses wird über eine im Raum verlegte Hörschleife übertragen. Bei so einer Induktionsschleife handelt es sich um ein unauffälliges, etwa 2 mm dünnes Kupferkabel, das entweder im Saalboden eingebaut (fest installiert) oder im Raum verlegt wird (mobil). 


Hörgeräte oder Cochlea-Implantate (CI) mit aktivierter T-Spule empfangen dieses Signal direkt. Das bedeutet, dass: 

  • Klänge ohne Umwege ins Hörgerät/CI gelangen, 

  • störende Umgebungsgeräusche wie Hall, Abstand oder Publikumsgeräusche reduziert werden, 

  • Musik und Sprache dadurch klarer und differenzierter wahrgenommen werden. 


Aktivierung der T-Spule:  

Moderne Hörgeräte lassen sich häufig über eine Smartphone-App steuern. Dort kann die T-Spule direkt ausgewählt/aktiviert werden. 

Sollte ein Veranstaltungsort über keine fest installierte induktive Höranlage verfügen, setzen wir unsere mobile Hörschleife ein. Diese stellen wir auch gerne für externe Veranstaltungen zur Verfügung - kontaktiert uns! 


Schriftdolmetschung 
Was ist Schriftdolmetschung? 

Schriftdolmetschung macht gesprochene Sprache in Echtzeit als Text sichtbar. Alles, was auf der Bühne gesprochen oder gesungen wird, erscheint parallel als geschriebener Text auf einem Display oder einer Leinwand. So kann jederzeit alles mitgelesen werden. 



Für wen ist sie gedacht? 

  • Gehörlose oder schwerhörige Menschen, 

  • Menschen, für die Sprache in schriftlicher Form einfacher zugänglich ist, 

  • Menschen, die z.B. in lauten Räumen akustische Barrieren erleben, 

  • und alle, die den Songtexten oder den Ankündigungen besser folgen möchten. 


Wie funktioniert Schriftdolmetschung? 

Unsere professionell geschulten Schriftdolmetscher:innen hören die gesprochenen Inhalte und verwandeln sie live in geschriebenen Text, meist mithilfe spezieller Technik. Der Text wird dann direkt vor Ort angezeigt, etwa auf Screens oder einer Leinwand. So können alle Teilnehmenden dem Geschehen Wort für Wort folgen. Gesprochene/Gesungene Inhalte werden dadurch sichtbar und verständlicher. 


Person am Laptop mit Headset in dunklem Raum, neben einem weiteren Nutzer. Text auf Bildschirmen sichtbar.

Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit saccessible.eu und danken Judith Platter und ihrem Team für ihren Einsatz bei unseren Veranstaltungen und ihren wertvollen Beitrag zu einer barriereärmeren Welt. 

Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) 

Was ist die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS)? 

Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist eine eigenständige, vollwertige Sprache mit eigener Grammatik, eigenen Ausdrucksformen und kulturellen Besonderheiten. Sie ist keine Übersetzung der deutschen Lautsprache, sondern eine visuelle Sprache, die mit Händen, Mimik und Körperbewegungen kommuniziert. (Quelle: ÖGSDV) 


Seit 2005 ist die ÖGS in der österreichischen Bundesverfassung als eigenständige Sprache anerkannt und im Jahr 2013 wurde sie von der Österreichischen UNESCO-Kommission als immaterielles Kulturerbe anerkannt. (Quelle: Österreichischer Gehörlosenbund, 2013) 


Für wen ist sie gedacht? 

  • Gehörlose Menschen, für die Gebärdensprache die wichtigste Form der Kommunikation ist 

  • Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, die visuelle Kommunikation bevorzugen 

  • Und alle, die sich mit inklusiver und barrierefreier Kultur auseinandersetzen möchten 


ÖGS-Dolmetschung 

Bei der ÖGS-Dolmetschung werden gesprochene Inhalte wie Moderationen, Texte oder Gespräche auf der Bühne live und simultan in die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) übersetzt. 


Unsere ÖGS-Dolmetscher:innen übertragen dabei nicht Wort für Wort, sondern sinngemäß und kulturell angemessen zwischen Laut- und Gebärdensprache. So können gehörlose Besucher:innen den Inhalten folgen. 


ÖGS-Dolmetscher:innen und ÖGS-Sprachassistent:innen stehen bei Beat the Silence nicht nur auf der Bühne, sondern auch bei der Abendkasse und im Saal, um bei der Kommunikation zu unterstützen.

 


Gebärdenpoesie 

Gebärdenpoesie (auch Gebärdensprachpoesie genannt) ist eine künstlerische Ausdrucksform der Gebärdensprache. Elemente wie Bewegung, Rhythmus, Raum, Mimik und Körper werden als poetische Mittel genutzt, um gesungene Songtexte visuell erlebbar zu machen.


Die Texte werden nicht übersetzt, sondern für die Gebärdensprache selbst performt. Gebärdenpoesie ist ein wichtiger Teil der Gehörlosenkultur. Sie ist vergleichbar mit Lyrik, Gesang oder Performance in der Lautsprache. 


Wir möchten bei Beat the Silence durch Gebärdenpoesie deutlich machen, dass Barrierefreiheit nicht nur räumlichen Zugang bedeutet, sondern auch künstlerische Vielfalt, Sichtbarkeit und kulturelle Anerkennung. 



„Man braucht nur einmal zwei Menschen zuzusehen, die sich in der Gebärdensprache unterhalten, um zu verstehen, dass diese Sprache etwas Spielerisches hat, einen Stil, der sich deutlich von dem der gesprochenen Sprache unterscheidet. Benutzer der Gebärdensprache neigen dazu, zu improvisieren, mit den Gebärden zu spielen, ihren ganzen Humor, ihre Phantasie, ihre Persönlichkeit in ihre Gebärde einfließen zu lassen, sodass […] sie die Stimme dieses Menschen ist – eine Stimme, die von einer ganz besonderen Kraft erfüllt ist, weil sie sich so unmittelbar durch den Körper mitteilt.“ (Quelle: Sacks, 2008, S. 177) 

Ausstellung: Hands Up 

Unsere Konzerte werden durch die interaktive Ausstellung Hands Up von Equalizent ergänzt. Sie macht die Österreichische Gebärdensprache auf niederschwellige Weise erlebbar und nimmt Besucher:innen mit auf eine Reise in die Welt der Stille.  Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und zum Abbau von Berührungsängsten zwischen hörenden und gehörlosen Menschen. 


Unabhängig von Vorkenntnissen erhalten Besucher:innen Einblicke in eine Sprache, die für viele gehörlose Menschen zentrales Kommunikationsmittel und kulturelle Identität ist. Zudem bekommen sie ein Verständnis dafür, wie eine Welt jenseits des Hörens erlebt und gestaltet wird. 


Damit genügend Zeit für den Ausstellungsbesuch bleibt, beginnt unser Einlass eine Stunde vor Konzertbeginn. Zusätzlich kann die Ausstellung auch in der Pause und nach dem Konzert besucht werden. 


Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Hands Up und Equalizent für die Kooperation im Rahmen von Beat the Silence. 


Visuals, Vibrationen, Licht- & Tontechnik 

Unser Lichttechniker, sowie eigens konzipierte visuelle Effekte, die auf Rhythmus und Atmosphäre der Musik abgestimmt sind, sorgen für eine intensive und professionelle visuelle Erfahrung bei unseren Konzerten.

 

Unser Name ist Programm: Neben poetischer Musik setzen wir in unserem künstlerischen Programm auch auf Percussion und Beats. Künstler:innen und unser Tontechniker gestalten die Musik so, dass sie durch Bässe auch körperlich spürbar wird. Das bedeutet, dass es eine technisch präzise Umsetzung gibt, die sensibel auf Raum, Publikum und Wahrnehmung abgestimmt ist. 


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